Mit dieser Woche beginnt ein neues Kapitel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Zur Erinnerung: Ende Februar waren die ersten Infektionen mit diesem Virus in Niedersachsen zu verzeichnen, etwa drei Wochen später begann eine ganze Kette von Einschränkungen, seit etwa vier Wochen gelten umfassende Kontaktverbote. Und jetzt, Mitte April, sind deutliche Fortschritte zu erkennen: Die Zahl der Neuinfektionen ist wesentlich gesunken, die Zahl der Genesenen ist inzwischen größer als die der Kranken und unsere Krankenhäuser haben den befürchteten Ansturm nicht erlebt. Ich bin wirklich heilfroh über diese Entwicklung.
War das nun falscher Alarm? Ganz und gar nicht, wie ein Blick in andere Länder leicht zeigt. Eher ist es umgekehrt: Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von internationalen Publikationen, die fragen, warum Corona in Deutschland glimpflicher verläuft als in vielen anderen Ländern. Bürger und Politik scheinen bei uns bis jetzt vieles richtig gemacht zu haben, zum Glück.
Aber ist die Gefahr damit nun vorbei? Auch nicht, denn das Virus existiert ja unverändert in Deutschland und das wird so bleiben, bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. Deswegen müssen wir sehr aufpassen, denn sonst könnte es passieren, dass wir wieder ziemlich schnell vor sehr großen Problemen stehen.  Deswegen ist die nächste Phase ein echter Balance-Akt – zwischen der Rückkehr in die Normalität und der Rückkehr in die Krise.
Den Anfang machen die Lockerungen, die Bund und Länder am letzten Mittwoch miteinander vereinbart haben, vor allem ein Wiedereinstieg in den Einzelhandel und die stufenweise Öffnung der Schulen. Das ist aus guten Gründen alles noch sehr vorsichtig und wir wollen in den nächsten Tagen genau auf die Entwicklung bei den Infektionszahlen schauen. Am 30. April steht die nächste Video-Konferenz mit der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten an, auf der unter anderem auch über Sport, Kultur und Spielplätze geredet werden soll. Und so soll es im Zwei-Wochen-Rhythmus weitergehen: Analyse der Situation und Entscheidung über das weitere Vorgehen.
Dieses Vorgehen löst natürlich ganz unterschiedliche Reaktionen aus, es geht den einen zu schnell und ist den anderen viel zu langsam. Auch in den politischen Beratungen sind beide Sichtweisen immer wieder zu spüren und beide haben natürlich auch gute Gründe. Unter dem Strich halte ich einen solchen vorsichtigen Kurs der vorsichtigen Öffnung für richtig – Lockerungen gerne so früh wie möglich, aber eben auch so spät wie nötig. Und nach Möglichkeit gemeinsam, denn auch Klarheit überall hat in dieser Zeit einen hohen Wert.
Entscheidend ist am Ende aber wohl etwas anderes, nämlich unser persönliches Verhalten. Durch die harten Maßnahmen der vergangenen Wochen hat es eine spürbare Änderung bei den Kontakten  vieler Bürgerinnen und Bürger gegeben, bei den meisten sicher aus Einsicht und bei den anderen aufgrund der Schließungen und sonstiger Vorgaben. Wenn diese Verbote aber wieder aufgehoben werden sollen – was ich mir sehr wünsche – , dann darf nicht ruckzuck alles wieder beim Alten sein, denn das Virus ist ja leider nicht aus der Welt. Der Schlüssel für den Ausweg aus der Krise sind wir alle am Ende selbst – unsere Hygiene, unser Abstand, unsere Vorsicht im Alltag.
Es klingt paradox, aber ist dennoch ist es die richtige Orientierung in den nächsten Monaten: Halten wir zusammen und halten wir Abstand!
Ich wünsche Euch eine gute Woche.
Der sicherste Weg aus der Krise

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